
Auf die Waage zu steigen nach einem Besuch beim Arzt, die angezeigte Zahl mit einer online gefundenen Tabelle zu vergleichen und sich zu fragen, ob das Ergebnis „gut“ ist: die Situation ist vertraut. Für eine Person mit einer Größe von 1,70 m hängt die Antwort jedoch von weit mehr ab als nur einer einfachen mathematischen Berechnung. Größe, Körperzusammensetzung, Alter und Morphologie spielen eine Rolle, und jede Formel liefert ein anderes Ergebnis.
Warum der Taillenumfang genauso wichtig ist wie das Gewicht bei 1,70 m
Die meisten Artikel über das Idealgewicht beginnen mit dem BMI. Das ist logisch, aber auch reduzierend. Zwei Personen mit einer Größe von 1,70 m, die dasselbe Gewicht haben, können sehr unterschiedliche Gesundheitsrisiken aufweisen, je nachdem, wo sich ihr Fett ansammelt.
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Bauchfett, das die Organe umgibt, erhöht das kardiometabolische Risiko viel mehr als Fett, das sich auf Hüften oder Oberschenkeln verteilt. Ein hoher Taillenumfang bei einer Person mit einem „normalen“ BMI kann eine Gefahr signalisieren, die die Waage allein nicht offenbart.
Haben Sie schon einmal bemerkt, dass zwei Personen mit gleicher Größe und gleichem Gewicht sehr unterschiedliche Silhouetten haben können? Genau dieses Phänomen ist es. Der Taillenumfang ergänzt die Waage, um ein tatsächliches Risiko zu bewerten. Gesundheitsfachleute empfehlen, ihn in der Mitte zwischen der letzten Rippe und der Oberkante der Hüfte, stehend, am Ende einer normalen Ausatmung zu messen.
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Um die Frage zu vertiefen, ist es hilfreich, das normale Gewicht für 1,70 m laut Zone Santé zu konsultieren, das die allgemein anerkannten Gewichtsspannen je nach Körperbau detailliert beschreibt.

BMI für 1,70 m: Berechnung, normale Spanne und Grenzen
Der BMI bleibt der Referenzwert, der von der Weltgesundheitsorganisation zur Klassifizierung des Körperbaus verwendet wird. Die Formel ist einfach: Man teilt das Gewicht (in kg) durch die Größe (in Metern) zum Quadrat.
Für eine Person mit 1,70 m ergibt sich konkret Folgendes:
- Ein BMI unter 18,5 entspricht Untergewicht (Magerkeit).
- Ein BMI zwischen 18,5 und 24,9 wird als normal angesehen, was etwa eine breite Gewichtsspanne darstellt.
- Ein BMI zwischen 25 und 29,9 signalisiert Übergewicht, und über 30 spricht man von Fettleibigkeit.
Der BMI unterscheidet nicht zwischen Muskelmasse und Fettmasse. Ein Sportler mit gut entwickelter Muskulatur kann einen BMI von „Übergewicht“ aufweisen und dennoch in hervorragender Gesundheit sein. Im Gegensatz dazu kann eine inaktive Person mit normalem BMI einen Überschuss an viszeralem Fett haben.
Schwangere Frauen, ältere Menschen und Sportler sind Profile, für die der BMI allein nicht relevant ist. Es ist ein statistischer Indikator für die Bevölkerung, kein individuelles Diagnoseinstrument.
Formeln von Lorentz und Creff: unterschiedliche Ergebnisse
Der BMI gibt eine Spanne an. Die Formeln zur Berechnung des Idealgewichts hingegen liefern eine präzise Zahl. Das Problem: Jede integriert unterschiedliche Parameter, und die Ergebnisse stimmen nicht immer überein.
Die Lorentz-Formel angewendet auf 1,70 m
Die Lorentz-Formel berücksichtigt Größe und Geschlecht. Für einen Mann mit 1,70 m ergibt sie ein anderes Ergebnis als für eine Frau mit derselben Größe. Diese Formel ignoriert das Alter und die Morphologie, was sie für Personen außerhalb des „durchschnittlichen Erwachsenen“-Profils ungenau macht.
Ihr Vorteil: Sie bietet einen schnellen Anhaltspunkt. Ihre Grenze: Sie stammt aus einer Zeit, in der die Daten zur Körperzusammensetzung weniger präzise waren als heute.
Die Creff-Formel: feine, normale oder breite Morphologie
Die Creff-Formel fügt zwei Variablen hinzu, die bei Lorentz fehlen: das Alter und die Morphologie. Sie unterscheidet drei Körpertypen (fein, normal, breit) und passt das Idealgewicht entsprechend an.
Das Ergebnis variiert erheblich je nach angegebener Morphologie. Bei gleicher Größe von 1,70 m wird eine feine Knochenstruktur ein deutlich niedrigeres Idealgewicht ergeben als eine breite Knochenstruktur. Die Schätzung wird individueller, bleibt aber theoretisch.
Warum ist diese Unterscheidung wichtig? Weil eine Person mit breiter Knochenstruktur, die sich mit dem Ergebnis einer Formel vergleicht, die für eine durchschnittliche Knochenstruktur gedacht ist, Gefahr laufen könnte, ein ungeeignetes oder sogar gefährliches Gewicht anzustreben.
Was der BMI nicht sagt: Muskelmasse und Fettverteilung
Sie können einen perfekt „normalen“ BMI haben und dennoch einen Überschuss an Bauchfett aufweisen. Dieses Phänomen hat in der Medizin einen Namen: Normalgewichtige Fettleibigkeit. Es betrifft Personen mit geringer Muskelmasse und Fett, das sich um die Organe konzentriert.
Im Gegensatz dazu bedeutet ein Gewicht über der berechneten „Norm“ nicht unbedingt ein Gesundheitsproblem. Die Körperzusammensetzung – das Verhältnis von Muskel, Knochen, Wasser und Fett – gibt ein viel zuverlässigeres Bild als nur die Zahl auf der Waage.
Werkzeuge wie die Bioimpedanzanalyse (eine Waage, die einen schwachen elektrischen Strom sendet, um die Verteilung von Fettmasse und fettfreier Masse zu schätzen) ermöglichen eine genauere Bewertung. Ihre Genauigkeit hängt von der Qualität des Geräts ab, bietet jedoch eine nützliche Ergänzung zum BMI.
- Der BMI klassifiziert den Körperbau auf Bevölkerungsebene, nicht auf individueller Ebene.
- Der Taillenumfang identifiziert ein kardiometabolisches Risiko, das der BMI nicht erfasst.
- Die Bioimpedanzanalyse schätzt die Verteilung zwischen Fettmasse und fettfreier Masse.
- Die Formeln von Lorentz und Creff geben Anhaltspunkte, keine medizinischen Ziele.

Idealgewicht bei 1,70 m: ein Anhaltspunkt, kein festes Ziel
Das Idealgewicht für eine Person mit 1,70 m ist keine einzelne Zahl. Es liegt in einer Spanne, die von Geschlecht, Alter, Morphologie und Aktivitätsniveau abhängt. Der beste Indikator bleibt der, den Ihr Arzt mit Ihrer vollständigen Historie interpretiert.
Formeln und Online-Rechner sind Orientierungshilfen. Sie ermöglichen es, den eigenen Körperbau im Vergleich zu statistischen Durchschnittswerten einzuordnen. Sie ersetzen weder eine klinische Untersuchung noch eine Messung des Taillenumfangs oder eine Analyse der Körperzusammensetzung.
Für eine Person mit 1,70 m, die ihre Situation bewerten möchte, ergibt die Kombination von BMI mit Taillenumfang und, wenn möglich, einer Schätzung des Körperfettanteils ein umfassenderes Bild als ein einfacher Besuch auf der Waage. Eine isolierte Zahl erzählt nie die ganze Geschichte.